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Dienstag, 31. Januar 2012

Studie: Macht Facebook unglücklich?

Eine Studie des Department of Behavioral Science, Utah Valley University, Orem, Utah hat einen Zusammenhang zwischen Unglücklichsein und der Nutzung von Facebook festgestellt. Bleibt die Frage offen, ob die Nutzer schon unglücklich sind und viel Facebook nutzen, oder ob sie durch Facebook unglücklicher werden.

Hier die Antwort:

"Das Leben ist unfair und die anderen sind alle glücklicher als ich" - zu diesen Schlüssen kommen Menschen eher, je länger sie bereits bei Facebook angemeldet sind und je mehr Zeit sie pro Woche in dem sozialen Netzwerk verbringen. Das ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie, die das Journal Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking veröffentlicht hat. Aber warum macht Facebook unglücklich?
Der Grund lautet: Irren ist menschlich - eine Redewendung, die Kognitionspsychologen immer wieder aufs Neue beweisen. Wir neigen zum Beispiel zu Attributionsfehlern, indem wir versuchen, den Charakter eines Menschen aufgrund seines gezeigten Verhalten zu erklären. "Wir glauben, dass Günther Jauch alles weiß", sagte einer meiner Psychologie-Professoren einmal, "dabei liest er die richtigen Antworten bei 'Wer wird Millionär' von seinem Bildschirm ab."
Diese Attributionsfehler sind auch ein Grund dafür, warum Facebook unglücklich macht: Die Facebook-Freunde stellen ständig Bilder von sich aus, auf denen gelächelt, gereist und gefeiert wird. Also müssen sie glücklich sein, interpretiert unser Wahrnehmungsapparat, der bei seinen Urteilen allzu oft die Situation außer acht lässt.
Glück per Daumenregel
Laut Hui-Tzu Grace Chou und Nicholas Edge, den Autoren der Studie, setze diese Wahrnehmung vor allem bei der Beobachtung von Facebook-Freunden ein, die man nicht persönlich kennt, etwas weniger intensiv aber auch bei denjenigen, denen man alltäglich begegnet.
Noch ein zweiter "Fehler" unserer Wahrnehmung lässt uns demnach das Leben der Facebook-Freunde besser erscheinen als unser eigenes: Die Verfügbarkeitsheuristik. Heuristiken sind Daumenregeln, die wir anwenden, wenn für ein Urteil eigentlich nicht genügend objektive Informationen zur Verfügung stehen. Wem der Prozentsatz von Rauchern in Deutschland nicht bekannt ist, der versucht gerne mal kurzerhand von der Zahl der Raucher im eigenen Freundeskreis darauf zu schließen.
Weil wir uns dabei vor allem auf das berufen, was in unserer Erinnerung gut verfügbar ist, kommt es zu Verzerrungen. Wenn viele meiner Bekannte gerade versuchen, das Rauchen aufzugeben, wird die meine geschätzte Zahl der Raucher in Deutschland entsprechend niedriger ausfallen. Weil wir uns auf Facebook gerne vorteilhaft zeigen und uns dort von vielen Kontakten vor allem die letzte Statusmeldung präsent ist, wird das Leben der Facebook-Freunde als glücklicher eingeschätzt.


Quelle: Süddeutsche    Auf Facebook folgen

Freitag, 27. Januar 2012

Bytes essen Seele auf.

Gegentrends gibt es immer. Aber dieses Mal ist es mehr, als ein Krisen-Reflex und auch nicht mit der typischen Vergangenheits-Verherrlichung vergleichbar: Die Sehnsucht nach dem Echten, dem sinnlich Erlebbaren, den Dingen, die noch eine Seele haben. Beispiele sind das Revival der Vinyl-Schallplatte, der Boom der Heimwerker, der Zuwachs der Vereine, der Erfolg von "The Voice of Germany", die Begeisterung für Stummfilme, der Trend zum Stricken und Häkeln, der Wunsch nach der D-Mark, die verzweifelten Versuche der Werbetreibenden authentische Testimonial-Kampagnen zu kreieren - wo man es doch heute gewohnt ist, echte Persönlichkeiten künstlich zu erschaffen. So muss ein Musik-Star nicht singen können um die Charts zu stürmen, Marken-Persönlichkeiten können von Strategen kreiert werden, Millionen erstellen abermillionen Identitäten in tausenden von Foren und sozialen Netzwerken - oft fern ab der realen Persönlichkeit. Unsere Jugend wächst so in einer Welt auf, bei der Kreation, Marketing und Realität verschwimmt. Das geht so weit, dass sich Teenies in Japan das Leben nehmen, weil eine animierte Trickfigur in einer Fernsehserie virtuell ums Leben kommt. Sie können sich nicht wie die älteren Generationen auf die Werte von ihrer eigenen Kindheit besinnen und versuchen, diese im Jetzt zu verankern. Diese "digital Kids" gewöhnen sich daran, dass eine SMS oder ein Facebook-Post keine Handschrift, keinen Tonfall, keinen Dialekt hat - also die sinnlichen Kommunikations-Ebenen komplett fehlen. Die Ebenen, über die ich einen Gegenüber erst wahrhaftig spüre - seine Persönlichkeit, seine Echtheit. In den 80er nannten DJs so etwas Konserve. Gemeint war Musik, die nicht aus dem Herzen eines Interpreten kam, sondern einfach nur gut inszeniert wurde - wo der Künstler nicht für sich gespielt hat, sondern ein Produzent vorgab wie ein Stück für den Massenmarkt sein müsse, inklusive desjenigen, der dies vortrug. Seitdem ist sehr viel Konserve geworden. Hinter den wenigsten Dingen spürt man so eine Ideologie, eine Mission oder eine echte Persönlichkeit. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass Convenience das Leben nicht erleichtert. Irgendwann dachte man, dass die Zeitersparnis, ein Mail zu verschicken im Gegensatz zu einem Brief einen Zeitgewinn bringt. Das ist sicher richtig. Nur dieser Zeitgewinn wird mit dem Versenden vieler weitere E-Mails verwendet - womit es keine Entspannung ist, sondern nur eine massive Erhöhung der produktiven Taktung - gut für die Effizienz, nicht gut für den Einzelnen. Mittlerer Weise nutzt der durchschnittliche Deutsche 9 Std. täglich irgendwelche Medien, inkl. Mobile und Internet, was viele überfordert und neben der zunehmenden Seelenlosigkeit vieler Konzerne zu einem starken Anstieg (+28%) der Burn-Outs im Jahre 2011 beitrug.

Das alles ist es, was den massiven Gegentrend in Gang setzt. Ausgelöst durch die andauernde Krisen-Stimmung, die durch die Medien und die Politik verbreitet wird, haben wir Menschen das Gefühl, dieses riesen Second Live aus Bits-und-Bytes fliegt uns irgendwie um die Ohren. Was folgt, ist die wohltuende Suche nach Sinnlichem und Menschlichem.

Siehe auch:

Bericht zur Marke "Euro"



Quelle: www.kaiwulff.de    Auf Facebook folgen


Sonntag, 4. Dezember 2011

Warum User zu Fans werden....

Sicher wissen Sie, warum Sie bei der einen oder anderen Facebook-Seite Fan geworden sind. Auch, warum Sie bei manchen Members Follower sind und bei anderen nicht. Aber wir sieht es speziell bei Unternehmens-Seiten aus? Die W3B Studie gibt Auskunft über die Gründe, warum User Fans von Unternehmens-Seiten in den Social Networks werden.























Quelle: www.kaiwulff.de    Auf Facebook folgen

Google ist Gott - Gedanken von Stephan Grünewald, rheingold

Ist das Internet wirklich areligiös?

Das Internet gibt sich sachlich und areligiös. Dabei bedienen sich Google, Apple und Co. vieler religiöser Mythen. Das Internet gilt heute als finaler Triumph der Aufklärung und der Areligiösität. Von Menschenhand wurde ein virtuelles Paralell-Universum geschaffen, in dem es keine Klassen- und Standesunterschiede mehr gibt, in der alle Zugriff auf alles haben. Eine Welt, in der es keinen Tages- und Nacht-Rhythmus, keine Jahreszeiten und keine Sonn- oder Feiertage mehr gibt. Eine Reich ohne Geheimnisse, in dem alles gleichberechtigt nebeneinander steht: das kunstvolle Liebesgedicht neben den abgründigsten Perversionen, die Börsenkurse neben dem Wetterbericht. Eine regellose Welt der vollkommenen Eigenregie, in der sich der Einzelne nur noch um die um die eigenen Interessen dreht.

Aber in einer Welt totaler Glaubensanarchie kann auch der web.2.0-User nicht leben. Und psychologisch betrachtet, zeigt die heutige Internetnutzung pseudoreligiösen Strukturen. Für die meisten ist Google als allmächtiger Gott des Internets die unverzichtbare Startseite. Erst das tägliche Google-Stoßgebet eröffnet die persönliche Welt. Was Google nicht kennt und preisgibt, das gilt als nicht existent und wahrnehmbar. Google hat in den schier endlosen Fluten und Weiten des Webs eine Art Arche Noah gebaut, wo scheinbar alle Tierchen und Pläsierchen dieser Welt kategorisiert und in einem himmlischen Ranking platziert sind. Google spielt aber auch in seinem branding mit diesen Sinnbildern des Göttlichen. Da man sich ja von Gott kein Bild machen soll, präsentiert sich Google als reduktionistische weiße Seite. Der Google-Schriftzug wirkt allenfalls wie ein göttliches Auge, das über den Dingen schwebt und alles sieht und erfasst.

Apple und der Messias Steve Jobs bedienten sich ebenso religiöser Mythen. Das Logo – der angebissenen Apfel – verweist auf den Baum der Erkenntnis von dem man mit Apple kosten kann. Die frohe Botschaft, die jedes Jahr mit den neuen technologischen Errungenschaften propagiert wird, ist der Traum von der Gottgleichheit. Der vom Silicon Valley herabgestiegene Gottessohn schenkt seinen Jüngern schicke Netzgeräte mit der sie als Datenfischer die Welt ins Haus holen können. Er verleiht ihnen einen göttlicher Zeigefinger mit dem sie spielend leicht Bilder verschieben oder Dateien öffnen können. Sigmund Freud hat bereits vor 100 Jahren konstatiert, dass der Mensch nur ein Prothesengott sein. Aber seit dem Ipad spürt er seine Prothese kaum noch, weil das Ipad beinahe organisch mit seinem Nutzer verwachsen ist und sich spielend leicht bedienen lässt. Selbst das schreckliche Krankheits-Martyrium von Steve Jobs beglaubigte seine Stellung als Messias der Internetwelt. In einer virtuellen Welt in der ein Gott, ein Messias und seine Jünger entstehen oder „produziert“ werden, darf auch der heilige Geist der Gemeinschaft nicht fehlen. Und der wird derzeit vor allem von Facebook in flammendem missionarischem Eifer vorangetrieben.

Auf Facebook erwacht das religiöse Ideal einer weltumspannenden Brüder- und Schwesterngemeinde. Einer Gemeinschaft, wo sich alle mögen und zuposten, wo in täglichen Hirtenbriefen Gefallens- und Glaubenbotschaften ausgetauscht oder Befindlichkeits-Details und kleine Sünden gebeichtet werden. Eine Gemeinschaft in der nicht das Individuum, sondern das Kollektiv „schillert“ und gemeinsam die Ode an die Freuden des Internets anstimmt.


Von Stephan Grünewald
Geschäftsführer bei rheingold, Institut für qualitative Markt- und Medienanalysen

Quelle: www.kaiwulff.de    Auf Facebook folgen

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Wohltuend leicht - der neue FC Bayern Spot mit Bully

Nach langer Zeit mal wieder ein Spot des FC Bayern. Dieses mal mit den aktuellen Spielern Thomas Müller, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger, sowie dem Sportdirektor Christian Nerlinger. In dem Commercial geht es um die Wahl der neuen Trikot-Farbe, die am Ende vom farbenblinden Schiri Bully Herbig entschieden wird. Sehr sympathisch und frisch kommt dieser Spot daher. Selbst die schauspielerischen Leistungen der Fußballer sind besser, als man dies von anderen Spots (Müller, Nutella, etc.) kennt. Also gut gemacht und wohltuend leicht. Mit diesem Spot soll der Trikot-Verkauf angekurbelt werden.

Idee: Stefan Mennerich und Bully
Produktion: Add Pictures







Quelle: www.kaiwulff.de    Follow this Blog at Facebook